Hallo, hallo kann mir einer sagen wer, was und wo ich bin?
Willkommen im Leben mein Kleiner. Ich bin deine Mama und du bist mein ganz besonderer kleiner Hund. Du hast auch noch viele Geschwister. Die nennt man bei der Geburt erstmal Welpen. Der Unterschied liegt dann zwischen Rüden und Hündinnen. Du bist aber nicht alleine auf diese Welt gekommen, sondern mit dir wurden noch weitere Hundekinder geboren Damit es dir nicht langweilig wird, kannst du mit deinen Geschwistern nach Welpen-Art spielen und toben. Wir sind daheim hier im schönen Thüringen und unser Zuhause heißt Lehmhütte. Deshalb werden wir auch die „Elos von der Lehmhütte“ genannt. Aha, dann habe ich ja schon etwas gelernt. Aber dann habe ich noch die Frage:


Was ist eine Mama?

Meine Mama Polly

Eine Mama, so wie ich, bringt euch auf die Welt und versorgt euch erstmal mit Milch, damit ihr groß und stark werden könnt. Eine Mama hat euch von Herzen lieb und sorgt dafür, dass es euch gut geht. Wenn ihr in Gefahr seid, passt eine Mama auf damit euch kein Leid geschieht. Dann bleibt ihr eine Zeitlang bei mir und alles ist gut. Aber wir werden nicht immer zusammenbleiben. Wenn ihr alt genug seid, werdet ihr an liebe Menschen (wir nennen sie liebevoll Dosenöffner, weil sie uns mit Nahrung versorgen) in Obhut gegeben. Aber keine Angst unsere Menschen, Brigitte und Bernd, bei denen wir in der Lehmhütte wohnen, passen genau auf, wer euch mitnehmen darf. Da herrschen ganz strenge Regeln. Denn einen ELO darf man nicht einfach haben wollen. Wir sind was ganz Besonderes. Das wirst du noch erfahren. Deshalb passen unsere Menschen von der Lehmhütte auch gut auf uns auf. Wenn du und deine Geschwister vom Tierarzt untersucht wurdet und alles in Ordnung ist, verlasst ihr nach wenigen Wochen die Wurfkiste. So nennt man den Ort, wo ihr auf die Welt gekommen seid. Dann fangt ihr erstmal mit eure Augen an die Umwelt anzuschauen und mit euren Nasen alles zu erschnüffeln und zu riechen. Danach geht es, zwar noch auf wackeligen Beinen, daran eure kleine Welt hier in der Lehmhütte zu erobern und zu entdecken.
Was ist die Welt?
Die Welt ist wunderschön und man kann jeden Tag neue Abenteuer erleben. Hier gibt es Wiesen, Felder und Wälder. Alles duftet und riecht anders. Auf der Wiese kann man spielen und toben. Im Wald kann man viele Tiere erschnüffeln und auch einige Tiere sehen. Es gibt Sonnenschein und Regen. Schnee und Wind und manchmal ganz kalte Tage, wo es am heimischen Ofen am besten zu liegen ist. Im Sommer gibt es warme und auch ganz heiße Tage. Da kann man sich hinlegen und ganz einfach vor sich hindösen. Der Regen ist ganz wichtig, damit alles wächst und wir uns an den Wiesen und Feldern erfreuen können. Bei Regen und gleichzeitig Sonnenschein gibt es einen Regenbogen, der in vielen Farben schimmert. Dieser erstreckt sich von einem Teil der Erde bis zum anderen Ende. Aber all das kannst du nur erleben, wenn die Menschen dich mitnehmen und dir ein liebevolles Zuhause geben. Sie werden dich liebevoll an alles heranführen, damit du auf Entdeckungsreise gehen kannst. Um diese Dinge alle zu erleben, müssen wir uns nach wenigen Wochen trennen. Du lernst die Menschen erst kennen. Sie kommen uns besuchen und schauen sich meine Kinder an. Wer ihnen ganz besonders gefällt, dem möchten Sie ein neues Zuhause geben. Du wirst die ersten Tage mich und deine Geschwister vermissen. Es wird einige schwierige Tage und Nächte geben, aber deine Menschen werden dir über den Trennungsschmerz hinweghelfen. Ich will aber nicht weg von dir und meinen Geschwistern. Unsere Menschen sollen uns behalten. Vielleicht gefällt es mir nicht in der neuen Umgebung oder die Menschen, die mich mitnehmen, sind gar nicht so lieb wie unsere Zweibeiner in der Lehmhütte. Was ist, wenn sie mich nach einiger Zeit wieder loswerden wollen? Kann ich denn nicht einfach hierbleiben? Nein, mein Kleiner, das geht nicht. Du wirst es bestimmt guthaben, und in einigen Tagen wirst du mit deinen Menschen ganz viel erleben, denn du wirst ganz toll geliebt. Hm, na ja, dann werde ich es halt versuchen. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht. Aber ein wenig Angst habe ich schon. Das weiß ich und deinen Geschwistern geht es genauso. Aber wenn deine Menschen möchten, dann können wir uns ja mal gegenseitig besuchen. Oh ja, das machen die bestimmt, wenn sie mich so gernhaben, wie du es mir sagst. Ja, das glaube ich auch. Dann wollen wir mal abwarten welche Menschen uns besuchen kommen und mich aussuchen werden. Ganz schön kompliziert das Leben.


Erste Begegnung
Du Mama, Onkel und Tanten bellen am Gartenzaun. Da stehen fremde Menschen. Sind das die Leute, die uns aussuchen und mitnehmen wollen? Soll ich mich verstecken, so dass sie mich nicht finden? Ich kenne ganz tolle Verstecke, da findet mich keiner, auch Brigitte meine Züchterin hat mich schon gesucht und lange gebraucht, bis sie mich gefunden hat. Das war voll lustig. Sie war ganz aufgeregt und hat schon Panik geschoben, dass ich nicht mehr da bin. Aber ich bin dann einfach auf sie zu gelaufen. Wusste ich doch, dass ein Knochen dafür fällig war. Und den wollte ich mir nicht entgehen lassen. Soll ich wieder dahinlaufen, damit mich die Leute nicht finden? Nein, ich bleibe einfach ganz ruhig und unsere Menschen sind ja auch da und sehen sich die Ankömmlinge ganz genau an. Mama Polly passte ganz genau auf was da passiert. Ich verstehe zwar nicht, was die reden, aber meine Nase sagt mir, dass dies ganz nette Menschen sind. Dann wollen wir mal abwarten, für welchen meiner Kinder sich die Leute entscheiden werden. Na, die laufen ganz schön hin und her, um alles genau zu sehen. Eigentlich sind alle meine Welpen sehr hübsch, da gibt es doch nicht viel zu überlegen. Aber so sind halt die Menschen. Alles wird hin und her überlegt. Na da lobe ich mir mein Hundegemüt und ich werde die ganze Sache aus der Ferne beobachten. Du mein kleines Hundekind solltest mal vorsichtig schnuppern gehen. Na gut, dann gehe ich halt ganz langsam auf die Leute zu. Unsere Menschen erzählen viel und jetzt setzt sich die eine Person auch noch auf den Boden. Vielleicht sollte ich ganz einfach mal hingehen und begutachten. was da so läuft. Mein kleines Hundeherz schlägt ganz schön heftig. Aber meine Mama sagt ja. dass ich ein ganz mutiges, kleines Kerlchen bin. Dann werde ich halt meinen ganzen Mut zusammennehmen und mich einfach dazu setzen. Bin ich aufgeregt, aber auch ein wenig neugierig. Ob ich wohl der Auserwählte sein werde? Ich weiß ja, dass ich der Kleinste der ganzen Truppe bin, aber Mama sagt ich habe das größte Herz und werde bestimmt mal ein Prachtbursche werden. Ob die Leute das auch denken? Jedenfalls begutachten sie mich mit Interesse. Nun ja, dann lege ich mich einfach mal dazu. Ein wenig müde bin ich ja auch. Liegt sich gar nicht so schlecht neben der Frau. Ich mache einfach die Augen zu und schlafe ein wenig. Als ich sie reden höre, spitze ich meine Ohren und habe den Namen Toni vernommen. Toni, kenne ich nicht und habe ich auch noch nicht gehört. Was ist Toni? Oh, jetzt habe ich verstanden. Die wollen mir ein neues Zuhause geben und haben mich Toni genannt. Toni, klingt gar nicht so übel. Könnte ich mich daran gewöhnen. Ein wenig stolz bin ich dann doch. Sie haben mich ausgesucht obwohl ich der kleinste meiner Geschwister bin. Aber sie sagen, ich habe ein ganz großes Herz und bin ein lustiges Kerlchen, was immer das auch ist. Soll ich mich freuen oder Angst haben, darüber bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. Ich hoffe, dass die Versprechen meiner Mama in Erfüllung gehen und ich ein schönes Heim mit lauter netten Menschen haben werde. Dann gehen die Menschen wieder zu sich nach Hause und ich bleibe bei meiner Mama und meinen Menschen. So denke ich, die haben mich also doch nicht gewollt. Ich lege mich in eine Ecke und bin beleidigt. Da kommt meine Mama. Nein, mein Kleiner, die wollen dich schon haben, aber eine Zeit bleibst du noch bei uns. Dann werden die Menschen nochmal kommen und dich mitnehmen. Nicht traurig sein, du wirst es guthaben, und in ein paar Tagen freust du dich und hast dich in dein neues Zuhause eingelebt. Ich habe meinen Kopf gehoben, mit den Ohren gewackelt und mich gefragt, ob das alles stimmt.
Alles beim Alten
Brigitte, die gute Fee von der Lehmhütte, kommt jeden Tag zu mir und streichelt mich und sagt mir lauter nette Dinge von den Menschen, die mich ausgewählt haben. Dass ich dort bald ein gutes Zuhause haben werde und ich ganz viel lernen und erleben werde. Und dass Sonja, mein neues Frauchen werden wird, und sie mich ganz toll liebhat. Ich habe geduldig zugehört und freue mich immer, wenn Brigitte so liebevoll redet und mich betüttelt. Dann schleiche ich um ihre Beine und lecke die Hand ganz vorsichtig. Mein Augenaufschlag bewirkt, dass dann immer ein Leckerli auf mich wartet. Das habe ich schon spitz gekriegt. Bin doch ein schlaues Kerlchen. Dann kam ein ganz aufregender Tag für mich und meine Geschwister. Bernd, unser großer Menschen-Kumpel kam mit einer ganz komisch großen Kiste an. Dieses Ding hatte eine große Tür, die Bernd aufgemacht hat. Dann wurden wir alle in diese Kiste gepackt und ein Gitter festgemacht, damit wir nicht abhauen können. Denn wir wussten ja nicht, was uns erwartet. Deshalb war die Aufregung bei uns allen ganz groß. Bernd stieg in diesen Kasten und das Ding machte erstmal ein fürchterliches Geräusch, das wir alle noch nicht gehört hatten. Was hatten wir Bammel, was jetzt wohl auf uns zukommt. Ich kuschelte mich erstmal in die Ecke, um abzuwarten, wie sich meine Geschwister verhalten. Aber ich glaube die waren, genau wie ich, erstmal total verunsichert und wir drückten uns ganz eng aneinander. Nur mein kleiner frecher Bruder schaute sich ganz genau um, damit ihm auch ja nichts entgeht. So mutig war ich nicht. Aber erwartungsvoll waren wir alle, hatten wir doch noch nie ein solches Erlebnis. Dann schloss unser Menschenkumpel die Klappe und er setzte sich in diese Kiste. Es kamen noch ein paar tröstende Worte, die wir aber vor lauter Aufregung gar nicht richtig verstanden haben. Und die unbekannte Reise ging los. Ich habe glaube ich vor lauter Aufregung ein kleines Bächlein in dieser Kiste hinterlassen. Vielleicht war es auch einer meiner Geschwister, so genau weiß ich das nicht. Waren wir doch alle total unsicher.


Aber was dann kam, war noch vieeel aufregender. Wir entfernten uns mit diesem Kasten von unserer geliebten Umgebung in eine fremde Gegend. Dann durften wir Neuland entdecken. Es war ganz schön anstrengend, was wir alles erlebt haben. Aber ich bin ja ein folgsamer Junge und wenn Bernd und Brigitte nach mir gerufen haben, bin ich auch zu den beiden gelaufen. Ich glaube, das habe ich gut gemacht, denn sie sagten ich bin spitze. Das ist bestimmt etwas Gutes, jedenfalls hat es so geklungen, als dass sie stolz auf mich waren. Aber die neuen Düfte und Gerüche lockten zu sehr, um ganz brav bei unseren Aufpassern zu bleiben. Das Gras war feucht und in allen Ecken roch es anders. An den Büschen konnte man sich ganz ordentlich den Rücken reiben. Das Spielen und Rumtoben mit den Geschwistern war einfach genial. Dann wurden wir nach einer Zeit wieder in diese komische Kiste gepackt und es ging zurück zur Lehmhütte. Das war aber auch ganz schön anstrengend und zu Hause habe ich mich in mein gewohntes Eck gekuschelt und von dem Ausflug geträumt.


Jeder Tag im meinem Zuhause ist spannend und ich lerne ganz viele Sachen kennen. Auch machen meine Menschen ganz viele Geräusche, damit ich mich an diesen Lärmpegel gewöhne. Sie sagen das ist wichtig, damit ich mich dann in mein neues Zuhause eingewöhnen kann und ich nicht zu ängstlich bin. Ich will ja ganz tapfer sein und ein Angsthase bin ich bestimmt nicht. Großen Hundeversprechen. Ich weiß jetzt auch wie diese große Kiste heißt, in der wir unseren ersten Ausflug gemacht haben. Dieses Ding nennen die Menschen Auto. Ich habe das mitbekommen wie Brigitte und Bernd sich unterhalten haben, dass meine neuen Menschen mich mit so einem Auto abholen werden. Na ja, das ist dann nicht so schlimm, denn dies kenne ich ja schon. Der Ausflug mit dem Auto war ja super spitze. Wenn ich dann auch ganz viele neue Dinge erschnüffeln darf, ist das ja aufregend und spannend. Vielleicht sollte ich mich auf das Leben mit meinen neuen Menschen ein wenig freuen. Aber dann denke ich wieder daran, dass ich meine gewohnte liebevolle Umgebung verlassen soll und werde traurig. Ich muss ja Abschied nehmen von meiner geliebten Mama, meinen Geschwistern aber auch von meinem Menschenrudel. Aber Mama hat mir ja versprochen, dass meine Menschen zu Besuch kommen und ich dann wieder meine geliebte Lehmhütte mit allen Bewohnern sehen kann. Wuff, wuff, das gibt dann ein Wiedersehen. So war ich denn glücklich noch bei meinem Rudel und meinen Menschen zu bleiben. Eigentlich habe ich total vergessen, dass es bald einen Abschied geben wird. Ich spielte und tobte mit meinen Geschwistern herum und die Welt war in Ordnung.
Das Verlassen meiner Lehmhütte
Dann kam der entscheidende Tag, wo meine neuen Menschen kamen, um mich zu holen. Lange überlegen, ob ich mich freuen soll oder vor Kummer heulen konnte ich nicht. Jedenfalls war es für mich Aufregung pur. Erstmal wurde ich freudig von den Ankömmlingen begrüßt, gestreichelt und feste gedrückt. Dann sagten sie mir lauter nette Worte ins Öhrchen, aber ich habe nur die Hälfte verstanden, denn ich war viel zu aufgeregt. Wusste ich doch nicht, was noch alles kommen wird. Dann verschwanden alle ins Haus, um wichtige Dinge zu erledigen. Dies habe ich noch verstanden. Ich legte mich ganz still in meine Schmollecke und döste vor mich hin. Nach einer halben Ewigkeit (so kam es mir wenigstens vor) kamen alle wieder in den Hof. Bernd, mein großer Menschenkumpel, ging weg und brachte ganz viel Essen für mich mit und einen dicken Kauknochen. Den bekam ich aber nicht, den gab er meinem neuen Frauchen mit. Und dazu das ganze viele Dosenfutter für mich. Und natürlich auch noch das Fleisch vom Hähnchen und Rind. Das war ganz hart und es wurde alles in Taschen gepackt und im Auto verstaut. Aha, dachte ich, das ist also das Auto, das mich von meiner geliebten Lehmhütte holt und das ist mein neues Frauchen. Die habe ich ja schon mal gesehen und gar nicht als so schlimm empfunden. Dann kam Brigitte dazu und drückte mich nochmal ganz fest. Und ich glaube, die hatte ein paar Tränen in den Augen. So denke ich sagt man, wenn bei Menschen Wasser aus den Augen fließt. Sie hat einen ganz traurigen Ausdruck gehabt und mein Hundeherz sagte mir, dass sie traurig ist, dass ich jetzt weggehen werde. Aber sie hat doch zu mir gesagt, dass es gar nicht schlimm ist und ich ein schönes Zuhause bekommen werde. Na, wenn das mal stimmt.


Da waren auch noch zwei weitere Menschen dabei, die mich abholten. Es waren, so habe ich es verstanden, Jutta und Holger. Holger ist wohl der Sohn von meinem neuen Frauchen und Jutta seine bessere Hälfte, was immer das auch ist. Dann hat mich Sonja, so ist der Name von meinen Frauchen, auf den Arm genommen und ganz beruhigend zu mir gesprochen. Sie ging zum Auto und setzte sich mit mir auf die Rückbank. Ich durfte auf ihrem Schoß sitzen und das war ganz beruhigend. Sie hat mich gestreichelt und wenn ich unruhig wurde, einfach die Hand auf meinen Kopf und meinem Körper gelegt. So bin ich denn auch eingeschlafen. Es war ja alles sooo aufregend und neu. So ging es Richtung neuer Heimat und es war gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Unterwegs hielt das Auto zweimal an und ich durfte meine Beine austreten und mein „Geschäftchen“ erledigen. Dann ging es weiter. So standen wir nach einer ewig langen Fahrt endlich vor meinem neuen Zuhause. So, da bist du nun zu Hause mein Kleiner. Mit diesen Worten stiegen wir aus dem Auto und ich stand auf der Straße. Vorsichtig sah ich mich nach allen Seiten um, um zu verstehen, wo ich jetzt bin und was mich erwartet. Wir gingen von der Straße weg und einen kurzen Weg entlang. Dann standen wir vor der Haustür zu meinem neuen Reich. Mein Frauchen holte einen Schlüssel aus der Tasche und wir gingen durch die Tür ins Haus. Da stand ich nun, mitten in einem kleinen Abschnitt der Wohnung. Dann wurde mir das Halsband ausgezogen mit den Worten, nun beschnuppere deine neue Umgebung, damit du dich ganz schnell eingewöhnen kannst. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und inspizierte jeden Winkel, in dem ich mich hin traute. Ich war natürlich ganz vorsichtig und es ging nur langsam von Zimmer zu Zimmer. Aber dann, die Türe zum Garten wurde aufgemacht und schwupp war ich draußen. Das war ganz nach meinem Geschmack und meiner Schnuppernase. Hier begutachtete ich jeden Winkel. Frauchen hatte alles dichtgemacht, damit ich nicht ausbüxen konnte. Aber eine kleine Lücke wurde übersehen, die ich natürlich sofort gefunden habe. Und flugs war ich in Nachbars Garten. Über die kurze Freiheit konnte ich mich nicht lange erfreuen. Das Loch wurde zugemacht und es gab keine Ausflüge mehr in fremde Gefilde. Frauchen zeigte mir im Garten die Ecke, wo ich meine „Geschäftchen“ verrichten darf. Eigentlich geht Frauchen ja jeden Tag zur Arbeit, aber da ich mich ganz schnell eingewöhnen sollte, wurde kurzerhand Urlaub genommen. Frauchen setzte sich zu mir auf den Boden und war ganz liebevoll und machte mir das Aneinander gewöhnen sehr leicht. Ich bin ja aber auch ein folgsamer Burschi. Frauchen hatte vor den ersten Nächten ein wenig Bammel, ob ich sehr unter der Trennung von meiner geliebten Umgebung leide. Es waren ja Mama, meine Geschwister und auch meine Menschen-Kumpel Brigitte und Bernd nicht mehr da. Aber ich war ganz tapfer und habe auch nicht geweint oder gejault. Dafür bekam ich auch ein ganz dickes Lob und eine Belohnung von meinem Frauchen. Deshalb beschloss ich, dass ich mich weiter ganz ruhig verhalte und mich ganz schnell eingewöhnen will. Frauchen hat sich die ersten Tage ganz toll um mich gekümmert. Sie hat sich zu mir auf den Boden gesetzt und mich ganz lieb gehalten und gestreichelt. Dann hat sie mich an alles, was mir Angst gemacht hat, ganz vorsichtig und langsam ran geführt und mir alles gezeigt und mich schnuppern lassen. Dann ging es auch nach draußen in die große unbekannte Welt. Zwar durfte ich noch nicht lange unterwegs sein, Frauchen meinte ich bin noch zu klein für lange Spaziergänge. Aber auch die kleinen Ausflüge machten mich müde und ich durfte mich danach ausruhen und ein Nickerchen machen. Frauchen hat mich nachts mit an ihr Bett genommen und wenn ich ein wenig unruhig wurde, war da eine liebevolle Hand, die mich festhielt und beruhigte. So habe ich die Trennung von meiner Mama, den Geschwistern und meinen Menschen-Kumpels von der Lehmhütte schnell überwunden und mich nach ein paar Tagen gut eingelebt.




Besuch im Pflegeheim bei Herrchen
Nach dieser Eingewöhnungsphase sagte Frauchen, dass wir jetzt das Herrchen besuchen gehen. Ich wusste gar nicht, was das ist und was da auf mich zukommt. Schon wieder eine neue Entdeckung, die hoffentlich Spaß macht. Ich wurde ins Auto verfrachtet und los ging es. Wir hielten vor einem großen Haus und ich durfte aussteigen und wir gingen erstmal in den Park mein „Geschäftchen erledigen“, wie Frauchen sich immer ausdrückt. Damit kein Malheur passiert, wenn wir jetzt da reingehen. Sowas, als hätte ich das schon mal getan. Ich bin doch ein stubenreiner Junge. Was Fraule so manchmal von mir denkt. Dann standen wir vor einer Tür, die sich auf Knopfdruck automatisch öffnet. Da musste ich rein, oh Gott, das war aber ein ganz enger Käfig. Aber da Frauchen zuerst diesen komischen Raum betrat, ging ich einfach mit, bin doch ein folgsamer Bursche. Dann setzte sich das Ding auch noch in Bewegung, war ein ganz mulmiges Gefühl, aber ich habe das locker weggesteckt. Nach einer Zeit öffnete sich die Tür und wir konnten raus. So gingen wir durch einen langen Gang und an einer Tür blieben wir stehen. Frauchen öffnete die Tür und wir gingen in das Zimmer. Da lag jemand im Bett, den ich noch nicht kannte und auch noch nicht erschnüffelt hatte. Ich war mir ein wenig unsicher, was ich machen sollte. Aber da hat mich dieses Wesen beim Namen gerufen und das klang gar nicht übel. Also ging ich dann näher ran, um zu sehen was da abgeht. Dann bekam ich ein Leckerli und der Bann war gebrochen. Was glaubt ihr, was dann passiert ist. Frauchen hob mich hoch und setzte mich zu dem Menschen ins Bett. Dann sagte sie noch, dass dies das Herrchen ist. Er knuddelte und streichelte mich und bekam gar nicht genug von mir. Und ehrlich, ich habe diese Liebkosungen ganz tolle genossen. Dann durfte ich mich immer, wenn wir zu Besuch waren, ins Bett legen. Solange ich noch so klein bin, dürfte ich das machen. Und ihr glaubt nicht, alle Bewohner des Pflegeheimes, so hieß das Haus, in dem Herrchen untergebracht ist, waren ganz vernarrt in mich. Alle wollten mir Streicheleinheiten zukommen lassen. Egal ob Pflegepersonal oder Heimbewohner, alle warteten schon, wenn wir wieder zu Besuch kamen. Naja, ein paar Menschen hatten doch wirklich Angst vor mir. Kann man sich das vorstellen. Vor mir, dem braven und folgsamsten Hund der Welt. Aber ich trug es mit Fassung.




So vergingen die Urlaubstage von Frauchen ganz schnell und ich war bereit mit zur Arbeit zu gehen. Frauchen hat mir erzählt, dass es dort Hundekumpel gibt und die toll mit mir spielen können. Da ist eine Hundedame, die Hummel heißt. Ist zwar eine andere Rasse, eine Boxerhündin, aber das ist mir egal, die Hauptsache ich habe Spaß und Hummel will mit mir spielen und toben. Und dann ist da noch eine Hundedame mit dem Namen Josie. Die kommt auch öfter und spielt bestimmt auch mit mir. Das wird bestimmt ganz aufregend und nicht langweilig. Vielleicht können wir zusammen auch ein wenig Unfug machen. Wäre doch ganz spitze.
Die Arbeit ruft
Dann war es soweit unser erster Arbeitstag begann. Damit es mir nicht zu lange wird, hat Frauchen erstmal eine Woche nur halbe Tage gearbeitet. Danach war spielen und spazieren angesagt. Fand ich dufte, dass sie mir so die Gelegenheit gab, mich nicht zu überfordern. An meine Mama und meine Geschwister habe ich gar nicht mehr so oft gedacht. Es war alles so neu und aufregend, dass ich gar keine Zeit und Gelegenheit hatte zu trauern. Aber ich habe bestimmt alle nicht vergessen, nur ein wenig verdrängt. So gingen die ersten zwei Wochen ins Land und ich habe viel gelernt und erforscht.


Meine erste Schulstunde
Dann war Frauchen der Meinung, dass es nun an der Zeit ist, etwas zu lernen, damit ich ein folgsamer und braver Hund werde. Kann ich gar nicht verstehen, ich bin doch brav und folgsam. Aber da gab es kein Entkommen und ich wurde für die Welpen Stunden angemeldet. Was ich ganz dolle fand, ich bekam für die erste Unterrichtsstunde sogar eine Schultüte, gefüllt mit lauter leckeren Sachen. Da standen die Worte drauf „Tonis erste Schulstunde“. Bestimmt war ich der einzige Hund, der zur ersten Welpen Stunde eine gefüllte Tüte bekam. Und ich war mächtig stolz. Kein anderer Hundekumpel hatte so ein tolles Ding und die Tüte war gefüllt mit lauter leckeren Sachen. Und immer, wenn ich was ganz gut gemacht habe, hat mein Fraule die Tüte aufgemacht und mir was abgegeben. Das hatte ich ganz schnell kapiert und mich natürlich wahnsinnig angestrengt, alles richtig zu machen. Die Leckerli waren doch zu verlockend. Und das hat auch mein kleines Gehirn gespeichert, dass es immer eine Belohnung gibt, wenn ich artig alle Übungen mache. So macht das Lernen ja doppelt Spaß, zumindest meistens. Manchmal setze ich meinen Sturkopf durch, bin eben ein ELO.


Es waren auch noch andere Hunde mit in der Stunde und wir durften spielen und toben und uns beschnuppern und kennen lernen. Aber es wurden auch Sachen gemacht, die fand ich ganz lustig. Wir mussten über verschiedene Hindernisse laufen und über Dinge, die am Boden lagen und Krach machten. Und noch viele andere Übungen haben wir ausprobiert. Aber ich war bei allen mit ganz vorne, denn mein Frauchen bringt mir diese Dinge bei, wenn wir unterwegs sind. Da darf ich im Wald über Baumstämme klettern und unten durchgehen. Ich springe auf Steine und plantsche in Pfützen. Das macht ganz besonderen Spaß (zumindest für mich). Frauchen ist darüber manchmal nicht begeistert, aber sie lässt es mich ausprobieren. Sie sagt ich muss ja lernen, wie sich das alles anfühlt.
Mein erstes Mal
Dann kam etwas ganz Komisches. Ich durfte früh in den Garten und der sah ganz anders aus, als vorher. Was war das denn? Es roch ganz anders und unter meinen Pfoten war der Boden nicht wie sonst. Weich und klebrig und ich traute mich fast nicht zu laufen. Mein Frauchen kam dazu und führte mich ganz vorsichtig in den Schnee. So hieß das Zeug, das im Garten einfach rumlag. Frauchen hob es auf, machte einen Ball und bewarf mich einfach damit. Na sowas, das kann ja sogar Spaß machen. Aber es mussten meine Pfötchen saubergemacht werden, weil das Zeug zwischen meinen Ballen klebte. Aber bis ich mich an den Schnee gewöhnt hatte, war dieser einfach wieder verschwunden. Finde ich echt doof. Hätte bestimmt eine Menge Spaß gemacht mit der Schnauze im Schnee zu wühlen. Dann führte mich Frauchen an einen ganz großen Berg mit Laub und Ästen. War das eine Freude, ich hatte diesen Berg ganz für mich alleine. Das Rauf und Runter und mit den Ästen spielen hat mich begeistert. Frauchen hat mich zwischendurch gerufen und mich mit Leckerlis (so heißt das Lockfutter auf das ich mächtig abfahre) gefüttert. Aber nur, wenn ich folgsam nach dem Rufen gekommen bin. Und für diese Belohnung folgte ich doch gerne und immer wieder.
Mein Lieblingsspielplatz
Aber ganz besonders gerne gehe ich mit Frauchen in den Wald. Dort gibt es mächtig was zu erleben. Mit Tannenzapfen spielen und Stöckchen kauen, die wir unterwegs finden, ist eine Leidenschaft von mir. Dann war da noch eine komische Begegnung. Vor meiner Nase flatterte ein gelbes Etwas. Da musste ich natürlich hinterher. Aber ich bekam dieses verflixte Ding nicht zu fassen. Es bewegte sich immer weiter weg und ich hinterher. So war ich ein ganz schönes Stück mitten im Wald und Frauchen hat nach mir gerufen. Ich war mir unsicher - weiterverfolgen oder umkehren? Eigentlich hat es mich gereizt weiter in den Wald zu laufen und das komische Ding zu fangen. Aber dann bekomme ich bestimmt Ärger und keine köstlichen Leckerlis. Also, kehrt wenden und zurück. Die Belohnung war fällig und ich habe sie auch bekommen. Dann habe ich erfahren, dass dieses Ding einen Namen hat, so wie ich Toni heiße, ist das ein Zitronenfalter, der hätte ruhig ein wenig mit mir spielen können..


Dufte Typen
Mann o Mann jetzt hätte ich doch glatt vergessen, meinen Kumpel Bernd 2 zu erwähnen. Das ist ein ganz dufter Typ und ganz lieb zu mir. Er geht mit mir fast jede Mittagspause für 1 Stunde spazieren. Wir gehen in den Wald und er macht mit mir lauter spannende Dinge. Er versteckt meine Leckerlis und ich muss auf die Suche gehen. Manchmal ganz schön anstrengend. Er hat immer wieder andere Verstecke, aber ich finde sie meistens. Wenn ich mal eines nicht finde, dann hilft er mir suchen. Wir haben schon Rehe gesehen und ich darf hier und dort schnuppern. Ich bin auch ganz artig sitzen geblieben als das Reh aufgetaucht ist. Wahrscheinlich hat es sich genauso erschrocken wie ich. Dann ist noch Christian von der Partie. Der arbeitet mit meinen Frauchen zusammen und ist noch ein Sohn vom Frauchen. Dann gibt es noch Julia, das ist die Chefin von allen. Und die ist ganz lieb und hat nichts dagegen, dass ich den ganzen Tag mit bei der Arbeit bin. Sie hat auch Hunde. Die Boxerdame Hummel, dann einen großen stattlichen Dobermann-Burschen Ricko und eine ganz kleine Dobermann-Dame namens Vieci. Mit der kann man so richtig nach Herzenslust spielen und toben. Das macht riesig Laune. Aber dann müssen wir auch gehorsam sein. Da kennen unsere Frauchen keinen Spaß und das ist manchmal ganz schön schwer. Aber wir begreifen, dass es nicht anders gewünscht ist. So trotteln wir halt heran, wenn wir aus dem Spiel abgerufen werden. Klappt nicht immer, aber meistens.
Ich werde immer größer
Jetzt bin ich in der Schule in der Junghunde-Gruppe. Da ist nicht mehr so viel spielen angesagt. Hier muss ich Gehorsam und Unterordnung lernen. Frauchen sagt das kriegen wir hin, denn wir sind ja ein super Team. Und dass ich ein folgsamer und gelehriger Hund bin. Natürlich, nach ELO Manier ist das doch selbstverständlich oder????? Und ich bin ein lustiger Schüler und gehe gerne zur Gruppe. Da gibt es auch viele Hundekumpels. Na, ja manche finde ich nicht so gut, aber ich tue dann als wären sie nicht da. So komme ich mit allen klar. Mit Menschen sowieso, die finden mich immer zum knuddeln und wollen mich streicheln. Aber Frauchen erlaubt es nicht jedem, mich anzufassen. Wir gehen dann einfach weiter. Wahrscheinlich muss das so sein.
Katzen und andere Überraschungen
Dann musste mein Frauchen für einige Tage ins Krankenhaus und ich wurde zu Thomas gebracht. Das ist der älteste Sohn von meinem Frauchen. Dort im Haus leben noch Dorothee, seine Frau und Shannon, das Enkelkind vom Frauchen. Dort gab es einen Husky Namens Lucky. Mit dem bin ich gut zurechtgekommen. Nur als ich einmal an seinen Futternapf wollte, wurde er böse. Er soll sich mal nicht so anstellen, ich hätte schon nicht alles weggefressen. Aber danach war wieder alles okay. Nur ein Problem hatte ich. Es gab dort vier Katzen. Das muss nun wirklich nicht sein. Die passen nicht in mein Weltbild. Und die fanden das wohl genauso. Thomas hat uns dann getrennt und es ging ganz gut. Aber was war ich froh, als mein Frauchen wieder nach Hause kam und ich ruck zuck wieder in unsere Wohnung mit ihr durfte. War das schön, ich habe mit dem Schwanz gewedelt und mein Frauchen ganz toll begrüßt. Dann war Frauchen zwei Wochen nicht arbeiten und sie konnte sich ausgiebig um mich kümmern. Das haben wir beide ganz schön genossen. Aber dann kam wieder die Pflicht und wir sind wieder zur Arbeit. Auch nicht schlecht, da hat meine kleine Hundefreundin schon auf mich gewartet und los geht’s - Spurt durch die ganze Handlingsabteilung und durchs Lager. Da haben wir riesig Platz uns auszutoben.
Was ein Malheur
Vor ein paar Tagen hatte Frauchen einen großen Schreck bekommen. Auf dem Wohnzimmertisch war ein Knäuel Wolle und darin eine Stopfnadel von 7,5 cm Länge. Die Farbe war genau wie mein Spielzeug Stofftier und schwub di wupp hatte ich das Knäuel vom Tisch geholt und meine Beute mit in den Garten genommen. Frauchen stand am Schlafzimmerfenster und hat das ganze Malheur gesehen. Eins, zwei, drei kam sie in den Garten und hat erstmal die Wolle abgetastet, ob die Nadel noch da war. Natürlich nicht, was soll ich mit der Nadel, ich will doch nicht nähen, sondern nur die Wolle zerfleddern. Daraufhin hat mein Frauchen alles auf den Kopf gestellt, um die Nadel zu finden. Sie kroch im Wohnzimmer auf dem Boden herum (war für mich lustig anzusehen) und hat überall nach dieser verflixten Nadel gesucht. Dann, im Garten, wurde sie endlich fündig. Sie hat mich erstmal ganz fest gedrückt, und dann war die Erleichterung zu spüren. Ich habe die ganze Aufregung nicht verstanden und fand es ganz lustig mit den Wollfäden im Garten zu spielen. Aber wahrscheinlich darf ich das nie wieder. Ich darf ja überhaupt nichts vom Tisch holen, das habe ich gelernt. Aber es sah doch so aus wie mein Stofftier und das gehört doch mir. Na ja das nächste Mal gucke ich genauer hin was ich hole. So hat diese Aufregung doch ein gutes Ende gefunden. Für heute will ich mal Schluss machen und spielen gehen. Wenn es wieder Neuigkeiten gibt werde ich mich einfach bei euch melden. Vielleicht habt ihr Spaß daran meine Geschichte zu lesen. Sicherlich ergeht es euch mit meinen Geschwistern genauso ähnlich und auch sie könnten Geschichten erzählen.
Einfach abgeschoben
Aber jetzt muss ich erstmal aufpassen was hier abgeht. Fraule hat heute eine Unruhe, die ich nicht kenne. Ständig rennt sie hin und her, packt meine ganzen Sachen in eine komische Kiste und sieht mich dabei nicht so an wie immer. Mir schwant fürchterliches! Ich schleiche mich mal zu ihr und setze meinen treuesten Hundeblick auf. Dem kann sie selten wiederstehen. Sie streichelt mir über den Kopf und murmelt, „alles gut mein Kleiner“. Aber so gut ist es glaube ich nicht, mein Gefühl sagt mir, das irgendwas im Busch ist und anders als sonst abläuft. Dafür habe ich ein Gespür und ein ganz sensibles Seelchen. Eben ein ELO-Herz! Dann wurden die ganzen Utensilien im Auto verstaut. Ich bekam mein Geschirr und wurde an die Leine genommen. Oh, wie toll, jetzt geht’s raus und ich kann wieder irgendwo schnüffeln und rumtoben. Darin bin ich Weltmeister. Aber es war eine ganz andere Strecke als die, die wir sonst immer einschlagen. Aha, heute lerne ich eine neue Gegend kennen, wie aufregend. Aber es kam ganz anders. Wenn ich das geahnt hätte, ich wäre in der letzten Ecke meines Kofferraumes verschwunden und hätte mich nicht vom Fleck gerührt. Wir sind dann ausgestiegen und an einem fremden Haus wurde das Hoftor geöffnet. Meine ganzen Sachen wurden in den Hof gestellt und ich merkte, dass da auch noch ein anderer Hund im Spiel war. Ne, bloß nicht, der bellt und ich glaube der mag mich nicht. Schnell hinter Frauchen verstecken. Dann haben sich die beiden Frauen unterhalten. Und ihr glaubt nicht, was da jetzt kam. Ich soll für einige Zeit dortbleiben, weil mein Frauchen lange ins Krankenhaus muss. Hey, das kannst du doch nicht machen. Ich kann doch mit dir in dieses blöde Krankenhaus gehen, bin auch ganz lieb und brav. Nimm mich einfach wieder mit. Aber alles half nichts, Frauchen ging dann ganz schnell weg und ich wurde meinem Schicksal überlassen. Vorsichtig beäugte ich das Ganze und habe erstmal im Garten mein Revier abgesteckt. Dann ging es ins Haus und da war dieser Hund, der mich wahrscheinlich so gar nicht leiden kann. Er kläffte mich an und zeigte mir erstmal die Zähne, um zu beweisen, wer hier das Sagen hat. Ich machte mich erstmal klein und hoffte, dass mir jemand beistehen wird. So war es dann auch, Birgit, so hieß die Hausherrin nahm Maddox, so war der Name des Hundes, aus meiner Reichweite. Es wurde dann so langsam eine vorsichtige Annäherung. Kaum hatte ich mich von diesen ersten Eindrücken erholt, folgte der nächste Hundeschock. Es gab nicht nur Maddox, sondern im Haus lebte auch noch eine Katze. Das war‘s dann wohl, nichts wie weg von hier, zu viel ist zu viel. Ruckzuck war ich die Haustür draußen und wollte schnell weg vom Geschehen. Doch das Hoftor war ein Hindernis, das ich nicht überwinden konnte. Sehnsüchtig legte ich mich davor in der Hoffnung, dass ich bald von Frauchen abgeholt werde. Das kann sie doch nicht machen, mich einfach hier zu lassen. Resigniert legte ich mich hin und sagte mir immer wieder, sie kommt mich bestimmt bald holen. Yuki, so war der Name von diesem Katzentier, das mich ständig im Auge behielt. Ich schaute dann immer in eine andere Richtung und so ignorierten wir uns gegenseitig. Maddox hatte sich nicht an mich gewöhnt, aber wir kamen besser miteinander zurecht. Mit der Zeit wurde es ganz gut und wir gingen zusammen mit Maddox Frauchen on Tour. Birgit ging sogar mit mir zum Training in meinen Verein, das fand ich richtig spitze. Da hatte ich sie ganz für mich alleine, denn der Aussi blieb zu Hause. Aber die Katze hätte nicht unbedingt sein müssen. Die war vollkommen überflüssig. Ich legte mich täglich ans Hoftor in der Hoffnung, dass ich bald wieder zu mir nach Hause und zu Frauchen gehen darf. So vergingen die Tage mit Abwarten und ich fügte mich in das Leben der Familie. Ich durfte sogar mit in die Firma. Das war aufregend. Dort standen viele Maschinen und der Mann von Birgit war auch da und noch einige Zweibeiner. Für einen Moment hatte ich total vergessen, dass ich ja eigentlich wieder in meine gewohnte Umgebung möchte. Ein Hundeleben ist nicht so leicht. Aber ich war ja guter Hoffnung, dass alles wieder wie vorher werden wird. Ich lag wieder am Hoftor und auf einmal spitzen sich meine Ohren und mein Schwanz fing wie wild an zu wedeln. Das Geräusch kannte ich, es war das Auto von meinem Frauchen. Nichts konnte mich auf meinem Platz halten. Die Schritte, die Stimme die meinen Namen nannte, würde ich aus tausend Geräuschen erkennen. Es war, es war …..mein Frauchen. Als sie das Hoftor öffnete, gab es kein Halten mehr für mich. Mein ganzer Hundekörper war in Aufregung wusste ich doch gar nicht, was ich zuerst machen sollte. Und ich glaube mein Fraule hat sich auch riesig gefreut. Nach langem Gerede hörte ich, dass es nun wieder nach Hause geht. Was machte mein Hundeherz einen gewaltigen Hüpfer vor Freude. Yippie, es geht wieder nach Hause, bin ich froh. Dem Katzentier Yuki warf ich nicht noch einen Blick zu. Maddox war im Haus verschwunden, sodass es keine Hindernisse gab, um zu gehen. Birgit hat mich nochmal gestreichelt und mir liebe Worte gesagt. Ich glaube sie mochte mich ganz gerne. Naja, ich konnte sie auch gut leiden, war ja immer sehr nett zu mir und hatte auch gut auf mich aufgepasst. Aber jetzt nichts wie weg, bevor es noch einmal anders ausgehen könnte. Man weiß ja nie. Schnell das Weite suchen und mit einem Satz war ich in meinem Auto und legte mich hin nach dem Motto „hier bin ich und hier bleibe ich“. Und keine zehn Pferde bringen mich da wieder raus. Erst wenn ich daheim meine Gegend wieder ins Visier nehmen kann.
Fraule ist wieder da
Was ein tolles Gefühl wieder durch mein Zuhause zu schleichen. Alles wurde neu erschnüffelt. Könnte ja sein, dass es Neuigkeiten zu lesen gibt. Dem muss ich auf den Grund gehen. Schließlich muss ich ja alles wissen und aufpassen, dass nichts schiefläuft. Nach sorgfältiger Inspektion wurde alles für gut und ohne besondere Vorkommnisse abgespeichert. Ich konnte mich also in meine Ecke legen und ein Nickerchen machen. Schließlich war es Aufregung genug und zu Hause schläft es sich nun mal am besten. Kein Maddox und keine Yuki in der Nähe auf die ich achten muss. Das war Schnee von gestern, also schnarche ich jetzt ein wenig vor mich hin. Zwei Wochen war ich mit Frauchen dann noch daheim, da sie noch nicht so gut laufen konnte, war ans Arbeiten nicht zu denken. Aber spazieren sind wir viel gegangen. Alle mir vertrauten Wege und meine Hundekumpel, die ich immer wieder treffe, haben sich gefreut wie Bolle, ich natürlich auch. So habe ich die Zeit, die wir getrennt waren, ganz schnell vergessen. Nun bin ich auch jeden Tag wieder in der Firma dabei. Das ist dufte, da kommt Josie und Vieci auch. Aber die Dobermanndame Vieci ist mir zu wild, das mag ich nicht und ich ziehe mich zurück. Aber mit Josie macht es richtig Spaß durch die Gegend zu flitzen, obwohl sie manchmal auch nervig ist. Aber das sind halt auch Weibchen und die können zickig sein, sagt mein Frauchen. Und wo sie recht hat, hat sie recht. Vor allem frisst sie immer aus meinem Napf. Ich gehe dann weg und warte bis sie fertig ist, dann komme ich dran. Aber wir bekommen auch beide gleichzeitig Leckerlies, das ist vollkommen unkompliziert. So ist der Alltag wieder bei uns eingekehrt und alles ist in Ordnung.
Hundefreuden???
Also, jetzt muss ich aber doch mal was loswerden. Manchmal ist es mit Frauchen ganz schön schwierig. Wenn wir auf der Wiese spazieren gehen und schlendern so vor uns hin ist das ja ganz schön. Ich kann hier und da schnuppern und alles genau untersuchen. Aber dann, die Nase geht hoch, Augen nach links, Körper angespannt, ich will ja eine gute Figur machen. Und es gibt kein Halten mehr. Ein Spurt über die ganze Wiese. Ist doch auf der anderen Seite ein Hundekumpel. Den muss ich doch genau ins Auge fassen, ob da was laufen könnte. Bis ich zum Ziel komme, bleibe ich erstmal des Öfteren stehen, ob es sich auch rentiert weiter zu spurten. Habe ich den Eindruck das passt nicht, kehre ich im Eiltempo zurück und gehe mit Frauchen den Weg weiter als sei nichts gewesen. Aber kommen von der anderen Seite Signale weiter zu gehen, bin ich sofort bei meinem Lustobjekt. Da wird geschnüffelt und es macht richtig Spaß erreicht zu haben, was ich wollte. Nun, nach einiger Zeit muss ich mich aber mal umsehen, ob Frauchen auch beikommt. Aber was ist das? Nee, sie kommt nicht und kümmert sich auch überhaupt nicht um mich. Sie läuft einfach weiter. Das ist doch der Hammer, und was ist jetzt, sie ist doch tatsächlich total verschwunden. Hilfe, ich muss da ganz schnell hin und sehen was los ist. Also lass ich einfach den Hundekumpel stehen und spurte im Affenzahn zurück. Und was glaubt ihr, wo ich mein Frauchen gefunden habe? Sie stand doch tatsächlich hinter einer Hecke. Das ist ganz schön fies, mich so zu erschrecken. Dann sagt sie noch, dass wir am Rückruf arbeiten müssen, was immer das auch heißt. Das war noch nicht genug, ich musste dann auch noch an der Schleppleine laufen. Das war der ganz schön fies. Ich wollte doch nur Spaß haben, warum versteht mich denn keiner.
Longieren
Welpen-Stunden, Junghunde-Gruppen habe ich alles hinter mir und bin jetzt groß und clever genug, an schwierigere Übungen ranzugehen. Also gehe ich jetzt jeden Mittwoch zum Longieren und Samstag zu Agillity. Mann o Mann, das longieren war die erste Zeit ganz schön schwierig. Bis ich kapiert habe, dass ich außerhalb des Kreises bleiben muss, wo doch das hinein springen viel lustiger war. Und ich muss auch höllisch aufpassen, mit welcher Körpersprache mein Frauchen mir Befehle erteilt. Manchmal verstehe ich einfach nicht, was sie mir sagen will, dabei ist doch die Hundesprache gar nicht so schwer, Naja, sie wird es schon noch lernen, ich übe mich in Geduld. Agillity macht auch riesen Spaß, nur der blöde Steg, mit dem konnte ich mich nicht anfreunden. Viel zu hoch und zu wackelig. Sollen doch die anderen Hundekumpel rüber, ich gehe nebenan vorbei. Ich beobachte das Ganze aus der Ferne. Alles andere schaffe ich mit links. Aber auf Dauer war es mir dann doch zu peinlich den Kumpels gegenüber. Ok, dachte ich, wenn die das schaffen, dann kann ich das auch. Ohne Aufforderung oder Befehl bin ich einfach hoch und drüber. Mensch, das war gar nicht so schwierig, ich habe es geschafft!!! Von den Zweibeinern, die mit von der Partie waren, erhielt ich mächtig Beifall und mein Frauchen war ganz stolz auf mich. Bin eben ein toller Bursche.
Puh, ich musste wandern gehen
Nach ein paar Tagen kam Fraule auf die Idee eine längere Wanderung mit mir zu machen. Puh, meinst du nicht, dass ich mir dabei meine Pfötchen ablatsche? Kann es nicht etwas kürzer ausfallen? Aber wir spurten ja nicht, machen zwischendurch immer eine kurze Pause und setzen uns auf eine Bank oder einen Baumstamm, den wir finden. Dann darf ich auch drüber und unten durch schlupfen, das macht Spaß. So sind wir denn auch auf Achse gegangen. Wasser und Leckerli werden immer mitgenommen. Damit ich ja nicht verdurste. Erst fuhren wir mit dem Auto eine Strecke, dann hieß es raus aus dem Wagen. Ein Sprung und schwubs war ich draußen. Rucksack auf den Buckel von Frauchen und los ging’s. Na, da hat sie mir ja was Schönes eingebrockt. Wir laufen inzwischen schon fast 2 Stunden und ich weiß gar nicht wie lange das noch gehen soll. Wir wollen zu den Kelten wurde mir verkündet, was immer das auch bedeutet. Und dass wir nun bald am Ziel ankommen. Das wurde aber auch höchste Eisenbahn. Und dann waren wir am Ziel. Ich konnte nicht verstehen was daran so Besonderes war. Es waren Gestalten, viel größer als mein Frauchen und alle waren so reglos. Und geduftet haben die auch ganz komisch, Wie Gerüche von Hundekumpel. Aber da waren keine in der Nähe. Da muss ich eben etwas genauer schnüffeln, was es da noch Interessantes zu erforschen gibt. Nichts was meine Hundenase erfreuen würde. Kann gar nicht verstehen, was daran so Besonderes ist. Und dafür musste ich diesen Gewaltmarsch auf mich nehmen. Ne, ne Fraule, damit kann ich nicht viel anfangen. Und ich ahnte, dass ich diesen ganzen Weg auch wieder zurücklatschen muss. Schöne Bescherung!




So ging es nach einiger Zeit wieder zurück. Wir haben dann noch mit Stöckchen gespielt und ich musste sie immer wieder zurückbringen. Dann hat der Rückweg riesigen Spaß gemacht. Aber diese komischen Kelten haben mich nicht angemacht. Es ging dann mit unserem Auto zurück nach Hause. Ich habe dann erstmal ein Nickerchen gemacht und mich von den Strapazen ausgeruht. Einen schrägen Blick zu Frauchen, dass sie ja nicht mehr auf die Idee kommt heute nochmal so eine Tour zu planen. Ich glaube, sie hat meinen Blick und meinen Seufzer verstanden. Keine Angst mein Kleiner, für heute nur noch eine kurze Runde heute Abend. Gut, dann kann ich meine Augen für eine Zeit zumachen. Und eins, zwei, drei, war ich im Land der Träume, ob es von den Kelten war, wird wohl niemand erfahren.
Bekanntschaft mit Wasser
Einem ELO sagt man ja immer nach, dass er kein Freund vom Wasser ist. Das wollte mein Frauchen natürlich auch ganz genau wissen und so ging unser nächster Ausflug an den See Grube Prinz von Hessen. Vorsorglich wurde mir die Schleppleine angelegt, dass es keine bösen Überraschungen gibt. Pah, mit mir doch nicht, was denkt sich denn Frauchen da. Ich habe doch keine Angst oder Scheu vor Wasser. Das kenne ich doch aus den Pfützen, in die ich gerne gehe und mich besudele. Unterwegs waren auch noch viele Hundekumpel, die sich auch im Wasser tummelten. Aber Frauchen ging erstmal mit mir weiter um den See herum. Der liegt ja mitten im Wald und ist sehr schön zu umlaufen. Frauchen suchte eine Stelle, wo wir ganz nah am Wasser waren. Erstmal eine Pfote rein und schauen wie lustig das ist. Nun ja, machen wir erstmal einen Rückzug und versuchen es dann erneut. So ging es eine ganze Zeit und ich wagte mich immer ein paar Schritte weiter. Dann sah ich in einiger Entfernung eine Wiese im Wasser, da musste ich unbedingt hin. Ich spurtete los und was merkte ich? Hilfe, hier hat einer den Weg zur Wiese geklaut. Wie wild paddelte ich zurück zum Ufer. Erstmal musste ich ordentlich das Wasser aus meinem Fell schütteln. Da bekommen mich keine 10 Pferde mehr hinein. Hier wird einem unter den Pfoten der Boden geklaut. Das ist eine ganz große Gemeinheit. Warum hat Frauchen mich nicht gewarnt, die musste es doch wissen. Und das Schlimmste, sie hat auch noch kräftig gelacht, unerhört! Ein wenig beleidigt trottete ich meinen Weg weiter. Auf ein Badeerlebnis hatte ich keinen Bock mehr. So sagt man doch, oder?




Und diese Federviecher auf dem See haben auch noch zugeguckt und dann ganz fest Lärm gemacht. Mit dem Geschnatter machten sie mich noch ganz konfus. Sollen doch in ihrem Wasser weiter plantschen, ich bestimmt nicht mehr so schnell. Muss mich erstmal von den Schreck erholen. Die können ihr Wasser gerne behalten.
Ein schreckliches Erlebnis
Los komm Toni, wir wollen in den Wald gehen, so hörte ich mein Frauchen rufen. Das lies ich mir nicht zweimal sagen und schwubs stand ich an der Eingangstür. Das mache ich immer so wenn es drauf ankommt raus zu gehen. Dann werde ich anständig zurecht gemacht, dass ich wie ein toller Bursche aussehe. Also, das heißt dass ich mein Geschirr übergestreift bekomme an dem die Leine festgemacht wird. Ohne Leine ist es viel schöner, aber ich weiß ja dass ich beim Spaziergang freien Lauf bekomme. Also, ein hops und ich war in meinem Auto. Die Richtung zum Wald kenne ich schon und ich bin immer ganz hippelig bis ich am Waldrand austeigen darf. Ich schau ständig aus dem Fenster und merke mir die Gegend. Da am Anfang des Waldes die Straße verläuft komme ich die erste Zeit an die lange Schleppleine. So marschierten wir munter drauf los. Als wir schon ein ganzes Stück des Weges gegangen waren hörten wir hinter uns ein bellen und kleffen eines anderen Hundes. Da wir diesen Burschen schon öfter gesehen haben und er immer so ein Gehabe an sich hatte ging Fraule mit mir ein Stück in den Wald und setzte sich mit mir auf einen Baumstamm, den der Sturm vor einiger Zeit umgeblasen hatte. Ich, nach wie vor an der Leine. Dann ist es passiert. Dieser Rüppel hatte sich aus seinem Maulkorb und von der Leine befreit Mit wenigen Sätzen kam er auf uns zu und schon hatte er mich im Maul. Er war richtig wütend und aufgepeitscht und hat ständig versucht mich zu beißen. Frauchen hat erstmal die Leine losgelassen damit ich mich wehren kann und das habe ich auch getan. Er bekam auch einiges von mir ab. Was denkt der sich, dass ich kampflos aufgebe? Niemals ! Aber das Kräfteverhältnis war doch auf der Seite des Angreifers, gegen einen ausgewachsenen Schäferhund habe ich keine Chance. Das wusste auch Frauchen und was glaubt ihr. Sie ging einfach dazwischen um mir zu helfen. Dann kam auch die Besitzerin des Schäferhundes und bekam ihn zu fassen. Fraule hat ganz schön geschimpft dass dies passiert ist. Mein Fraule meint dass mein Geschirr, das ziemlich über den Rücken geht große Bisswunden abgehalten hat. Und mein dickes Fell. Aber ich habe ganz schön gehumpelt und Fraule bekam ein ganz blaues Bein mit ganz vielen Flecken. Am nächsten Tag gingen wir zum Tierarzt aber nach ein paar Tagen war alles wieder heile. Damit kein böses Trauma bei mir bleibt ging mein Fraule am nächsten Tag sofort nochmal den gleichen Weg und wir haben uns auf den gleichen Baum gesetzt wo das Zusammentreffen war. Aber ich, der tolle ELO Toni, habe das natürlich weggesteckt. Und was ich dann hörte war bestimmt der Stein, der Fraule von der Seele gefallen ist. Ich glaube das ist es auch wenn jemand sagt: „das ist ein ganz toller Bursche“ .Naja, aber nochmal so eine Begegnung brauchen wir wirklich nicht. Uns ist bisher auch dieser Lümmel nicht mehr begegnet .Mit anderen Schäferhunden hatte ich schon öfter Kontakt und nach dem Geschehen auch noch. Ist für mich kein Problem bin doch ein cooler Typ.
Auf geht`s zum Hundeschwimmen
Also, ganz ehrlich, Frauchen hat manchmal ganz seltsame Ideen. Und ich? Habe keine Chance mich zu drücken. Ich muss immer zu allem ein gutes Spiel machen. Hundeschwimmen, was soll ich da, ich mag doch gar kein Wasser. Wenn man da rein geht haben sie die Wege geklaut und man muss um sein Leben strampeln. Ich geh da nicht rein. Ich stelle meine Ohren einfach auf Durchzug, wird schon klappen. Und dann kommt auch noch Josy mit, ich blamiere mich doch nicht vor Mädels. Niemals! Da sträubt sich mein Ego und mein Hundeherz. Aber schon hatte ich mein Geschirr um und ab ins Auto. Resigniert ergab ich mich meinem Schicksal. Nach kurzer Fahrt hieß es aussteigen und wir waren am Schwimmbad angekommen. Hey Kumpels, ihr glaubt nicht was dort abging. Die ganze Wiese, das Schwimmbecken und alle Wasserstellen waren mit Hunden belegt. Ich wusste gar nicht wo ich zuerst hinlaufen sollte. Und alle waren ohne Leine! Aber das Beste, alle waren friedlich und miteinander verträglich. Egal welche Rasse und welchen Größe. Das war richtig aufregend. Dann trafen wir zwei wirklich gaaanz große Hunde, sowas hatte ich noch nicht gesehen. Erstmal habe ich mich gar nicht getraut hinzugehen. Aber sowas gibt es ja bei Fraule nicht. Schau mal Toni, das sind zwei ganz sanfte Riesen, war der ganze Kommentar den ich erhalten habe. Und schon ging es in Richtung dieser zwei Kolosse. Man o man waren die neugierig auf mich. Und was glaubt ihr was passiert ist? Haben mich doch diese Sabberlappen abgeschleckt und der ganze Sabber war auf meiner Nase und meinem Fell. Igitt, das Zeug war richtig klebrig. Frauuuule war mein Hilferuf, hol mich hier weg ich mag das nicht abhaben auf meinem zarten Körper. Fraule kam und hat mich einfach ins Kinderbecken begleitet und mich sauber gemacht. So konnte ich wieder frisch gesäubert unter die Meute gehen. Im Nachhinein war ich auch gar nicht mehr beleidigt und habe das auch schnell vergessen. Denn da waren auch noch einige Hundedamen die meine Aufmerksamkeit erhielten. Ich hatte die Qual der Wahl welche ich zuerst beschnuppere. Da war aber auch eine Zicke dabei die mich gar nicht attraktiv fand. Mich, den schönsten Hund im ganzen Schwimmbad. Pah, dann suche ich mir eben ein anderes Mädel aus, dumme Pute. Und schon ging es lustig weiter durch das ganze Schwimmbad. Aber Mensch Fraule, warum hast du mir nicht geflüstert dass dies so dufte ist? Ich bin mit vielen Hunden um die Wette gelaufen und wir haben prima zusammen getobt. Aber ins tiefe Wasserbecken? Ne, ne, das kleine Becken reicht mir auch. Da kann ich den Grund noch sehen und brauche keine Angst um mein Leben haben. Ich habe das einfach ausprobiert und eigentlich für ganz lustig empfunden. Aber spielen und toben war mir doch viel lieber. Wasser plantschen war Nebensache. Wir waren einen ganzen Nachmittag im Schwimmbad und es gab auch ein Stückchen leckere Bratwurst und für Frauchen Kaffee mit Kuchen. Mit der Zeit wurde ich vom vielen Toben ganz schön platt und wir machten uns auf den Heimweg. Ja, ein ruhiges Plätzchen kann jetzt nicht schaden und ein ausgiebiges Nickerchen ist Ehrensache. Ich glaube dass wir das bestimmt nochmal machen werden. Und ich bin voll dabei.
So, jetzt ist eine ganze Ewigkeit vergangen seit ich mich bei euch gemeldet habe. Aber es ist nach wie vor spannend jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Der Winter ist bald vorbei und ich mag dieses weiße Zeug nicht besonders das da einfach so rumliegt. Aber bald ist es wieder Frühling und wir machten dann wieder ganz tolle Ausflüge. Ich glaube dieses Jahr ist die „Fränkische Schweiz“ unser Reiseziel. Von dort werde ich dann berichten wie es gewesen ist.
Bis dahin Pfoten hoch und weiter jeden Tag genießen.
Euer Toni von der Lehmhütte.